Respiratorische Screening-PCR
Durchgeführt an folgenden Laboren
qualitative PCR
Indikation
Nachweis bzw. Ausschluss einer Infektion der Atemwege durch folgende Viren: Influenza A, Influenza B, RSV A/B, Parainfluenza, Coronaviren, Humanes Metapneumovirus (HMPV), Rhino-/Enteroviren, Adenoviren, Bocavirus, sowie durch die nur schwer kultivierbaren Bakterien: Bordetella pertussis/parapertussis, Chlamydia pneumoniae, Legionella pneumophila und Mycoplasma pneumoniae.
Bei V.a. eine bakterielle Atemwegsinfektion sollte zusätzlich ein klassischer Erregernachweis mittels Kultur angefordert werden.
Hinweis
Bei Verdacht auf eine Erkrankung, bei der eine gesetzliche Meldepflicht besteht, ist jeder Behandlungsfall mit der EBM-Ausnahmekennziffer 32006 zu kennzeichnen. Die Untersuchung ist dann von der Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus ausgenommen und belastet nicht das Praxisbudget.
Im Sinne einer Kostenreduktion im Gesundheitswesen sollte sich die Anzahl der angeforderten Erregernachweise an den klinischen Symptomen wie auch möglichen medizinischen Konsequenzen orientieren und beschränken. Die Mehrzahl der Atemwegsinfektionen von Herbst bis Frühjahr werden durch Viren verursacht und sistieren spontan. Die Indikation zur Diagnostik könnte sich ergeben im Falle einer Kohortierung von Patienten bei stationärer Aufnahme oder vor allem bei Komorbiditäten, wenn Optionen einer medikamentösen Therapie in Betracht kommen, wie bei Influenza, SARS-Cov-2 und RSV. Bei den übrigen Viren ist nur eine symptomatische Therapie unabhängig vom Erreger möglich. Während die Virusinfektionen typischerweise akut einsetzen mit Fieber, Allgemeinsymptomen und Symptomen einer Atemwegsinfektion, sind die Infektionen mit Bakterien der Gattungen Bordetella, Mycoplasma und Chlamydia durch einen langanhaltenden intensiven Husten charakterisiert. Bei Säuglingen unter sechs Monaten besteht kein Netzschutz gegen Infektionen mit Bordetellen und ein Impfschutz besteht noch nicht. Daher sollte bei fieberhaften Atemwegsinfektionen in dieser Altersgruppe immer auch an Keuchhusten gedacht und bei Nachweis stationär überwacht und therapiert werden. Zwar ist die Hustensymptomatik bei den Säuglingen eher gering ausgeprägt, aber Keuchhusten kann in dem Alter potenziell letale Apnoen verursachen!
Material
Nasen-Rachen-Abstrich. Weitere respiratorische Materialien (z.B. BAL, Sputum) sind möglich.
Hinweis zum Material:
Für die PCR sollten nur Tupfer ohne Transportgel verwendet werden. Ist zusätzlich ein kultureller Bakteriennachweis indiziert, so empfiehlt es sich, hierfür einen zusätzlichen Tupfer mit Transportgel abzunehmen.
Referenzbereich
siehe Befundbericht
Erhöhte Werte
Hinweis auf einen akuten oder kürzlich zurückliegenden Infekt durch den/die identifizierten Erreger.
siehe auch
Influenza A-/B-VirenWeitere Informationen:
LADR informiert Nr. 375: Procalcitonin und CRP: Differenzierung von Infektionen der Atemwege und Steuerung der Antibiotikatherapie
LADR informiert Nr. 370: Multiplex-Verfahren zum Nachweis von Infektionserregern
LADR informiert Nr. 267: Zunehmende Bedeutung respiratorischer Screening-PCR
Stand: 26.03.2026