Endokrinologische Funktionsteste

Hormon- und Stoffwechselfunktionen im Labor überprüfen

Hier finden Sie eine Auswahl der gängigsten endokrinologischen Funktionsteste. In der Reg​el sind Angaben, die sich auf den relativen Anstieg oder Abfall eines Laborwertes beziehen, Absolutwerten vorzuziehen, da in den meisten Fällen keine Standardisierung der Messmethodik erfolgte.

Bei allen gr​afischen Abbildungen ist zu berücksichtigen, dass sie nicht zur Interpretation eines individuellen klinischen Falles - schon gar nicht als alleiniges Kriterium - herangezogen werden dürfen.

Das Testergebnis ist jeweils nur ein Argument im Behandlungskonzept und muss immer in das klinische Gesamtbild eingeordnet werden.

Neben der Indikation für den jeweiligen Funktionstest haben wir für Sie das Testprinzip und den physiologischen Hintergrund kurz vermerkt. Wir geben Hinweise zur Interpretation der Testergebnisse sowie zur Aussagekraft des Tests und zu möglichen diagnostischen Alternativen. Angaben zur Vorbereitung der Patienten und zur Durchführung einschließlich der Zeitpunkte der Medikamentengabe, Probenahmen und Kontraindikationen runden die Steckbriefe der Tests ab.

Allgemeine Hinweise und Vorbemerkungen zu klinischen Funktionstesten

Die Beurteilung einer adäquaten Funktion von Drüsen ist zumeist nur durch eine selektive Stimulation im Rahmen von Funktionstesten möglich.

Hierbei müssen folgende Besonderheiten beachtet werden:

  • Verwenden Sie bitte den LADR Laborauftragsschein Funktionsteste in Ergänzung zu ggf. notwendigen Überweisungsscheinen (wie Muster 10 für ambulante GKV-Patienten). Jedes Röhrchen ist mit dem entsprechenden Patienten-Barcode zur Identifikation zu bekleben. Zusätzlich bitte unbedingt die Abnahmerei henfolge (1, 2, 3, …) und optimal den Abnahmezeitpunkt (z. B. -15 min, 0 min, 2 min, 15 min, …) auf dem Röhrchen angeben.
  • Wesentlich für eine valide Hormonbestimmung ist die Einhaltung von präanalytischen Vorgaben (Material, Probenzusatz, Zeitpunkt der Probenentnahme, Temperatur, korrektes Beschriften der Proben, z. B. Uhrzeiten; siehe auch Kapitel Präanalytik oder Angaben zum jeweiligen Parameter im A-Z-Teil).
  • Die Interpretation der Testergebnisse erfolgt auf Basis individueller Besonderheiten wie Alter, Geschlecht, zirkadiane Rhythmen, Medikation und Klinik. Das Testergebnis ist jeweils nur ein Argument im Behandlungskonzept und muss immer in das klinische Gesamtbild eingeordnet werden.
  • Bei allen hier aufgeführten grafischen Abbildungen ist zu berücksichtigen, dass sie nicht zur Interpretation eines individuellen klinischen Falls – schon gar nicht als alleiniges Kriterium – herangezogen werden dürfen. Sie dienen lediglich der theoretischschematischen Veranschaulichung von Ergebniskonstellationen.
  • Die nachfolgenden Angaben zur Durchführung und Beurteilung von Funktionstesten gelten in erster Linie für Erwachsene (Angaben für Kinder und Jugendliche sind teilweise aufgeführt).
  • Die in der Literatur vorgeschlagenen Empfehlungen und Vorgehensweisen bei endokrinologischen Funktionstesten unterscheiden sich zum Teil erheblich. Dies gilt auch für Referenzbereiche und Grenzwerte zur Bewertung der Ergebnisse. In der Regel sind Angaben, die sich auf den relativen Anstieg oder Abfall eines Laborwertes beziehen, den Absolutwerten vorzuziehen, wenn keine Standardisierung der Messmethodik erfolgte und insofern Grenzwerte von der eingesetzten Methode abhängen. Die entsprechende Darstellung auf dem individuellen Laborbefund ist daher unbedingt mit zu beachten. Dies gilt auch für Alters- oder Geschlechtsbezogene Referenzbereiche.
  • Falls nicht anders erwähnt, sollte die Testdurchführung stets morgens (7–10 Uhr) nüchtern erfolgen.
  • Die Testdurchführung erfordert zumeist das Legen einer Venenverweilkanüle (optimalerweise > 30 min vor Testbeginn) und zwischenzeitliches Spülen mit einer Kochsalzlösung. Venenverweilkanülen sind während der Testdurchführung mit einem Mandrin offenzuhalten.
  • Beim Offenhalten mit Tropfinfusion besteht die Gefahr der Probenverdünnung, wenn nicht ausreichend Blut vorweg entnommen und verworfen wird.
  • Vor jedem Test muss eine Aufklärung des Patienten über Indikation, Testablauf und mögliche Komplikationen erfolgen (schriftliche Einverständniserklärung, auf eventuelle Fahruntüchtigkeit nach Testende hinweisen).
  • Notfall-Equipment zur Behandlung von Komplikationen wie allergische Reaktionen oder von kardiovaskulären Ereignissen vorhalten.
  • Für die Durchführung einzelner Teste müssen Kontraindikationen beachtet werden. Bezüglich der verabreichten Medikamente und Testsubstanzen sind Kontraindikationen und Nebenwirkungen den Angaben des Herstellers zu entnehmen. Das kontrollierte Verursachen von Hypoglykämien zur endokrinologischen Funktionsdiagnostik ist aufgrund diverser Risiken nur in Ausnahmefällen zu empfehlen (häufig stehen alternative Funktionsteste zur Verfügung).
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