Beschreibung
„Vermeidbare Fallstricke beim Botulismus“ (Prof. Dr. med. I. Sobottka, 1. Referent)
Der Botulismus ist eine äußerst selten, aber extrem lebensgefährliche Intoxikation. Jedes Jahr gibt es in Deutschland ca. 10 Botulismusfälle, die durch kontaminierte Lebensmittel, in Form von Wundbotulismus oder als iatrogener Botulismus auftreten können. Gerade Fälle von iatrogenem Botulismus häufen sich in letzter Zeit, werden doch jedes Jahr in Deutschland mehr als 360.000 Botox-Behandlungen durchgeführt. Nach seriösen Schätzungen kommt es bei 1-2 % zu relevanten Nebenwirkungen, bedingt durch Medikamentenfälschungen oder Behandlungen durch unqualifiziertes Personal z.B. bei fehlerhaften Injektionstechniken. Wir berichten hier über zwei beinahe tödlich verlaufene Fälle nach fehlerhaften Botox-Injektionen und möchten über mögliche Fallstricke bei einer der häufigsten ästhetischen Behandlungen hinweisen.
“Autoimmunerkrankungen der Leber” (Prof. Dr. med. A. Kahraman, 2. Referent)
Autoimmune Lebererkrankungen sind zwar selten, stellen uns in der Praxis aber vor komplexe Herausforderungen. Eine Diagnostik erfolgt oft erst verzögert oder bleibt ganz aus. Dabei sind eine frühzeitige Erkennung und adäquate Therapie entscheidend, um Krankheitsprogression, Komplikationen und langfristige Organschäden zu verhindern.Im Rahmen dieser Fortbildungsveranstaltung werden aktuelle Aspekte autoimmuner Lebererkrankungen umfassend beleuchtet. Im Fokus stehen die verschiedenen Formen der Autoimmunhepatitis (AIH), die primär biliäre Cholangitis (PBC), die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) sowie IgG4-vermittelte Erkrankungen. Neben der Vorstellung von Klinik und typischen Verlaufsformen werden epidemiologische Daten sowie aktuelle diagnostische Strategien einschließlich serologischer, bildgebender und histologischer Verfahren diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den modernen therapeutischen Ansätzen, von etablierten medikamentösen Therapien bis hin zu neuen und individualisierten Behandlungsmöglichkeiten.