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WHO. Critical review report: Etonitazepyne (N-Pyrrolidino etonitazene). October 2022.

Etonitazepyne – Stärker und tödlicher als Heroin

Aktuell sind neue synthetische Opioide namens Etonitazepyne auf dem Markt. Es handelt sich dabei um ein hoch potentes Opioid vom Typ Nitazen mit einer N-Pyrolidin-Seitenkette. Es wird sowohl als Beimengung in Heroin gefunden als auch als einzelner Wirkstoff konsumiert. Der Anbieter ist im freien Internet zu finden. Die Kosten sind im Vergleich zu anderen Opioiden niedrig. Die Wirkung ist dosisabhängig etwas stärker und tritt verzögert ein. Aufgrund der hohen Rezeptorbindungen sollte erwogen werden, den Patienten zwei Dosen Naloxon als Gegenmittel zur Verfügung zu stellen.

Wir haben in unserer Analytik einen Nachweis über einen Metaboliten im Urin etabliert, mit dem wir den Konsum dieser Wirkstoffgruppe nachweisen können. Seit Anfang März 2025 konnten wir bereits etwa 20 Fälle von Etonitazepyne finden. Die Analytik im Rahmen des Opioid-Screenings im Urin kann bei uns angefordert werden.

Wir beraten Sie persönlich. Unsere Toxikologen erreichen Sie direkt unter:

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Nitazene: Neue synthetische Opioide

Nitazene sind eine Gruppe hochpotenter synthetischer Opioide, die ursprünglich in den 1950er und 1960er Jahren als potenzielle Analgetika entwickelt, jedoch aufgrund ihres hohen Suchtpotenzials und ihrer Toxizität nie als Arzneimittel zugelassen wurden. Chemisch gehören sie zu den Benzimidazol-Opioiden.

Die bekanntesten Vertreter dieser Substanzklasse sind:

  • Etonitazepyne, auch bekannt als N-pyrrolidino Etonitazene
  • Isotonitazene
  • Metonitazene
  • Etonitazene
  • Protonitazene
  • N-Desethyl-Isotonitazene
  • Butonitazene

Einige Nitazene sind mehr als 1000-mal stärker als Morphin und übertreffen damit sogar Fentanyl.

In welchen Drogenprodukten kommen Nitazene vor?

Zunehmend werden Nitazene direkt als Heroin verkauft oder Heroin beigemischt. Besonders besorgniserregend ist das Auftreten in gefälschten Schmerzmitteln wie Oxycodon, die äußerlich kaum von Originalpräparaten zu unterscheiden sind. Nach Angaben der WHO wurden Etonitazepyne in so genannten blauen „M30“-Tabletten nachgewiesen, die als Oxycodon verkauft wurden (1). Etonitazepyne werden häufig mit anderen Substanzen wie Fentanyl, Methamphetaminen und Benzodiazepinen wie Flualprazolam, Etizolam, Flubromazepam, Clonazolam und Desalkylflurazepam kombiniert. Im Online-Handel werden Nitazene teilweise offen als so genannte „Research Chemicals“ angeboten.

Welche Gesundheitsrisiken bergen Nitazene?

In den meisten Fällen wissen die Konsumenten nicht, dass sie Nitazene einnehmen, was das Risiko für Überdosierung dramatisch erhöht. Insbesondere junge Menschen im Alter von ca. 16 bis 25 Jahren sind zumindest teilweise konsumnaiv und sich des hohen Abhängigkeitspotenzials sowie der Gesundheitsrisiken der Nitazene nicht bewusst.

Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen wie Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit wurden in einigen Fällen gemeldet. Aufgrund ihrer extremen Potenz können bereits kleinste Mengen Nitazene zu schweren Überdosierungen führen. Das hohe Überdosierungsrisiko wird durch die starken Wirkstoffschwankungen bei illegalen Produkten noch verstärkt. Das größte Risiko bei einer Überdosierung mit Nitazenen ist eine schnelle und ausgeprägte Atemdepression (langsame und flache Atmung). Dies kann bis zum Atemstillstand und sogar zum Tod führen. Besorgniserregend ist die Beobachtung, dass bei Nitazen-Überdosierungen oft höhere und wiederholte Dosen des Gegenmittels Naloxon erforderlich sind.

Bei einigen Konsumenten traten die unerwünschten Wirkungen erst mit Verzögerung von bis zu 15 Minuten nach dem Konsum und teilweise erst nach Verlassen des Konsumraums auf. Der Grund für diese verzögerten Wirkungen ist noch nicht bekannt.

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