Antikörpertest zum Nachweis des Kontakts mit Coronavirus SARS-CoV-2

Antikörper gegen Nucleocapsid: Diese Antikörper sind ausschließlich nach Infektion mit SARS-CoV-2 nachweisbar und nicht nach Impfung.

Antikörper gegen Spike-Protein: Diese Antikörper können sowohl nach Impfung als auch nach Infektion nachweisbar sein.

Die Antikörper-Testung ist keinesfalls für die Akutdiagnostik erkrankter Patienten gedacht und ersetzt nicht die Diagnostik mittels PCR aus respiratorischen Materialien, da Antikörper erst einige Wochen nach Infektion nachweisbar sind. Wie der Ablauf der Antikörper-Testung im LADR Labor erfolgt können Sie folgendem Video entnehmen ▶️ zum Coronavirus Antikörper Video.

Update: LADR informiert Nr. 326 Download

Antikörper und Infektion

Antikörper-Testungen können bei Patienten, die aufgrund schon länger bestehender Symptome in der PCR aus respiratorischem Material (z.B. Rachenhinterwandabstrich) bereits negativ getestet wurden, Infektionen bzw. den Erregerkontakt im Nachhinein nachweisen. Auch zur Aufklärung von Infektionsketten können Antikörper-Teste beitragen. Auch zur Untersuchung, inwieweit die Bevölkerung oder bestimmte Gruppen  bereits Kontakt mit Sars-CoV-2 hatten (Durchseuchungsstudien), können Antikörper-Teste eingesetzt werden.

Eine Differenzierung von Antikörper-Klassen ist bei der Einordnung des Infektionszeitpunktes wenig nützlich. Mittlerweile sehen wir, dass bspw. IgA-Antikörper über lange Zeiträume (sechs Monate und länger) persistieren können – sie sind daher für die zeitliche Zuordnung des Infektionszeitpunktes kaum hilfreich.

Teste unterschiedlicher Hersteller kommen bei denselben Patienten nicht immer zum gleichen Ergebnis. Insbesondere bei Patienten mit nur schwach ausgeprägter Antikörperantwort oder schon länger zurückliegender Infektion können die Ergebnisse in einzelnen Testsystemen unterschiedlich sein. Eine Rücksprache mit dem durchführenden Labor kann hier sinnvoll sein.

Hinweis: Es ist weiterhin nicht sicher, ob die Impfung eine Übertragung von SARS-CoV-2 verhindert. Daher müssen bis auf weiteres auch nach Impfung die geltenden Vorsichtsmaßnahmen (Maske tragen, Abstand halten, etc.) eingehalten werden.

Antikörper und Impfung/ Immunität

Nach Impfung mit den derzeit in der EU zugelassenen Impfstoffen werden Antikörper gegen das Spike-Protein gebildet. Eine routinemäßige Testung auf Antikörper nach erfolgter Impfung ist zur Zeit nicht empfohlen. Positive Antikörpertiter nach Impfung (oder Infektion) geben nur Aufschluss, ob das Immunsystem überhaupt mit Bildung von Antikörpern auf die Impfung reagiert hat.

Verlässliche Aussagen zu Immunität und möglicher Dauer der Immunität sind mittels aktuell verfügbarer Antikörper-Testsysteme bisher nicht möglich. Inwieweit hier zukünftig Daten vorliegen, lässt sich momentan nicht vorhersagen.

Bitte beachten: Um eine zügige Abarbeitung zu gewährleisten, muss aus der Anforderung auf dem Auftragsschein eindeutig erkennbar sein, ob der Coronavirus-Antikörper (AK)-Nachweis (Serologie) oder die Coronavirus-/Covid 19-PCR (Rachenhinterwandabstrich) gewünscht ist!


Mit Einführung der IgG-Antikörper-Testung als Kassenleistung empfiehlt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zum Nachweis der Antikörperbildung (Serokonversion) zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen zu testen. Nach der Serokonversion ist ein zuvor negativer Nachweistest für IgG-Antikörper positiv.

Die erste Probe kann bei negativer PCR und fortgesetztem Erkrankungsverdacht mit klinisch oder anamnestisch entsprechender Symptomatik abgenommen werden. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss in demselben Labor untersucht werden. Nach unseren Erfahrungen, die wir in den LADR Laboren in der Durchführung der SARS-CoV-2-Antikörper-Testungen sammeln konnten, können vereinzelt verzögerte Serokonversionen auftreten, so dass die Testung der zweiten Probe erst 4 Wochen nach Symptombeginn sinnvoll ist. 

Symptomatische Patienten mit Verdacht auf akute Covid-19-Erkrankung sollten immer gemäß RKI-Empfehlungen mittels PCR getestet werden. »Weitere Informationen zur Coronavirus PCR 

Meldepflicht Coronavirus SARS-CoV-2

Bereits der begründete Verdachtsfall auf eine Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion ist durch den behandelnden Arzt meldepflichtig! Siehe Verordnung über die Ausdehnung der gesetzlichen Meldepflicht auf Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Eine aktuelle Übersicht zur Meldepflicht hat das RKI hier zusammengestellt:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Meldepflicht.html
 

Abrechnung der Coronavirus Antikörper-Testung

Am 7.5.2020 hat die KBV zur Abrechenbarkeit und Durchführung von SARS-CoV-2-AntikörperTestungen Stellung genommen: „Der veranlassende Arzt und der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240; so werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig.“ Diese Abrechnungsziffer wurde von uns in den LADR Laboren seit Beginn der Testungen eingesetzt. „Eine Testung ohne direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik beispielsweise zur Prüfung einer Immunität sollte nicht durchgeführt werden.“

Eine Testung ohne direkten Bezug zu einer klinischen Covid-19-Symptomatik ist damit keine vertragsärztliche Leistung und wird als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ) den Patient*innen in Rechnung gestellt.
 

Parameter Material EBM* GOÄ
    Ziffer Ziffer € (1,15-fach)
Antikörper gegen SARS-CoV-2 (COVID-19) (je Antikörper oder Testansatz) Serum, Heparin- oder EDTA-Plasma 32641
 
11,10 €
 
4400
 
20,11 €
 

*Abrechnung mit der Ziffer 88240 kennzeichnen; diese Leistungen werden extrabudgetär honoriert.