Oro-Dentale Mikrobiologie und Praxis-Hygiene: Unsere Labordiagnostik in der ZahnMedizin

LADR bietet umfangreiche fachärztliche Labordiagnostik für Zahnärzt*innen. Diese umfasst die Oro-Dentale Mikrobiologie inklusive Bakteriologie und Mykologie. Darüber hinaus erhalten Sie durch uns umfassende Analytik und Beratung zur Praxis-Hygiene.

Oro-Dentale Mikrobiologie

Wir unterstützen Sie in der zahnmedizinischen Versorgung Ihrer Patient*innen bei infektiologischen Fragestellungen interdisziplinär – auch unter Einbeziehung unserer Laborleistungen im Bereich der Oro-Dentalen Mikrobiologie.

 

Ärztliche Leitung: Dr. med. Annegret Krenz-Weinreich
T: +49 (4347) 9080-100
F: +49 (4347) 9080-110,
nord@LADR.de

Wissenschaftliche Leitung: Dipl. Biol. Wolfgang Falk 
T: +49 (431) 986 55-90,
labor@odm-kiel.de

Die Leistungserbringung erfolgt in einem ausgelagerten Praxisraum des akkreditierten LADR MVZ Nord am Labor Dr. Hauss in Kiel unter der ärztlichen Leitung von Frau Dr. med. A. Krenz-Weinreich, Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sowie Fachärztin für Laboratoriumsmedizin und Antibiotic Stewardship (ABS)-Expertin.

Wir bieten Ihnen in den Laboren des LADR Laborverbundes Dr. Kramer & Kollegen als Zahnärzt*in ein breites Spektrum an akkreditierten Laborleistungen von der Entzündungsmarker-Diagnostik über die Abklärung von Unverträglichkeiten von Dentalmaterialien bis hin zu Hygiene- und Wasseruntersuchungen.

Erfahren Sie mehr über die Oro-Dentale Mikrobiologie in Kiel mit dem speziellen Leistungsangebot der Parodontits-Labordiagnostik:
www.odm-kiel.de

Erfahren Sie mehr über Hygiene- und Wasseruntersuchungen für Zahnarztpraxen:
https://ladr.de/rki-wassertest-zahnarztpraxis

Parodontitis-Diagnostik

Für den Nachweis Parodontitis-assoziierter Erreger bieten wir folgende diagnostische Möglichkeiten: 
•    Molekularbiologischer Nachweis (PCR) von Bakterien
•    Bakteriologisch kultureller Nachweis
•    Nachweis von Superinfektionen
•    Resistenzprüfung von Antibiotika (Antibiogramm) und Ätherischen Ölen (Aromatogramm) 
•    Nachweis von Herpesviren

Molekularbiologischer Nachweis (PCR) von Parodontitis-assoziierten Erregern

Als Hauptverursacher der Parodontitis gelten insgesamt elf Bakterienarten, zu denen etwa Treponema denticola, Cambylobacter rectus oder Eikenella corrodens zählen. Krankheitsverursachende Mikroorganismen wie Bakterien sowie Viren (z.B. Herpes simplex Virus) können durch molekulare Verfahren wie die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nachgewiesen werden. Dabei werden eine oder mehrere spezifische Abschnitte des Genoms der Krankheitserreger (Zielsequenz der PCR) durch millionenfache Vermehrung (Amplifikation) sichtbar gemacht. 

Die PCR ist zum Beispiel besonders geeignet für den Nachweis von Infektionserregern, die schwierig, langsam oder gar nicht kultivierbar sind, sowie in der akuten Phase einer infektiösen Erkrankung, insbesondere bevor Antikörper nachweisbar sind. Wir führen den PCR-Nachweis von „Parodontitis-Bakterien“ jeweils im Profil der „klassischen“ fünf oder elf Erreger durch. Das Ergebnis der PCR-Analyse zum Nachweis von Parodontitis-Erregern liegt in der Regel innerhalb von drei Tagen vor. 

Ergänzung der PCR durch den kulturellen Nachweis von Parodontitis-assoziierten Erregern 

Die PCR weist auch DNA toter Zellen nach. Wenn bei dem Erregernachweis in vitale und avitale Bakterien unterschiedenen werden soll, können wir die molekularbiologische durch die bakteriologische Diagnostik ergänzen. Sofern grundsätzlich möglich, wird der Erreger kultiviert. Die kulturelle Bestätigung liefert zudem frühzeitig Hinweise auf etwaige Antibiotika-Resistenzen mittels eines Antibiogramms und ermöglicht die Erstellung eines Aromatogramms durch die Testung der Wirkung spezieller ätherischer Öle auf das jeweils nachgewiesene Bakterium – und bietet somit für Zahnärzt*innen einen umfassenden Informationsgewinn. 

Superinfektionen bei der Parodontitis

Zur Parodontitis-Diagnostik zählt auch der Nachweis fakultativer, aerober Infektionserreger. Das sind Erreger, die in der Mundhöhle nur vorübergehend auftreten und unter bestimmten Umständen eine Infektion auslösen bzw. unterhalten können. Dazu gehören Pseudomonaden (Nonfermenter) und Enterobacteriaceae (z.B. E. coli oder Klebsiella spp.) oder Sprosspilze wie Candida albicans.

Viele Vertreter der Bakteriengruppe Enterobacteriaceae und der Gattung Pseudomonas besitzen ein großes Resistenzpotential. Deshalb wird bei positivem Nachweis eine Resistenzprüfung der Bakterien mittels Antibiogramm durchgeführt. Ein Ergebnis liegt in der Regel innerhalb von drei Tagen vor. Diese Analyse kann mit den molekularbiologischen Bakteriennachweisen (PCR 5 oder PCR 11) kombiniert werden. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn beim Patienten ein eitriges Sekret aus den Zahnfleischtaschen austritt.

Resistenzprüfung von Antibiotika (Antibiogramm) und Ätherischen Ölen (Aromatogramm)

Molekularbiologischer Nachweis von Herpesviren

Wir führen den molekularbiologischen Nachweis verschiedener Herpesviren: HSV-1 (Herpes simplex), HSV-2, CMV (Cytomegalie), VZV (Varicella-zoster), EBV (Epstein-Barr) und HHV-6 (Humanes Herpes). Diese Parameter bieten eine sinnvolle Ergänzung zum Parodontitis-Markerkeimtest vor allem bei einem klinischen Bild, das nicht eindeutig zu einer bakteriellen Infektion passt und/oder bei Schmerzen im Zahnhalsbereich und selbstverständlich auch bei typischen Herpes-Affektionen der Schleimhaut.

IL-1-Risikoanalyse

Trotz exzellenter Mundhygiene und einer niedrigen Bakterienbelastung kann ein starker Abbau des Kieferknochens bei einer Infektion mit Parodontitis-assoziierten Erregern auftreten. Eine US-amerikanische Forschungsgruppe (1) wies als Erste nach, dass diese Patient*innen überproportional häufig (> 50 %) einen genetischen Defekt in einer bestimmten Komponente des Immunsystems haben. Dieser Defekt führt zur Überproduktion von Interleukin-1 (IL-1), einem wichtigen Entzündungsmediator im Immunsystem.

Die Überproduktion von IL-1 führt selbst bei geringen Bakterienmengen zu starken Immunreaktionen im parodontalen Weich- und Knochengewebe mit einer übermäßigen Aktivierung knochenresorbierender Zellen (Osteoklasten), woraus ein starker Knochenabbau resultieren kann. Es gilt heute als gesichert, dass die Kombination aus Rauchen und Gendefekt ein signifikant erhöhtes Risiko für Implantat-Komplikationen oder Implantat-Verlust zur Folge hat. Zur Abklärung empfehlen wir den molekulargenetischen Nachweis der entsprechenden Mutation im IL-1-Gen.

Eine IL-1-Risikonanalyse zur Abklärung des genetischen Parodontitis-Risikos ist vor aufwendigen Implantat-Arbeiten indiziert bei: 
•    aggressiver, therapieresistenter Parodontitis für die individuelle Therapieplanung,
•    etablierter Parodontitis und Attachment-Verlust zur Verlaufsabschätzung,
•    Familienmitgliedern von Parodontitis-Risikobestimmung-positiver Patienten.

Bitte beachten Sie bei der Anforderung das Gendiagnostik-Gesetz (GenDG). (https://ladr.de/humangenetik/praktisches_vorgehen)

Literatur:
(1)    Kornman KS et al. The interleukin-1 genotype as a severity factor in adult periodontal disease. J Clin Periodontol. 1997 Jan;24(1):72-7. 

Hygiene: Analytik und Beratung für Zahnärzt*innen

Wir bieten Ihnen umfassende Analytik und Beratung rund um das Thema Hygiene. Dazu zählen unter anderem die Überprüfung von Sterilisatoren und Desinfektoren, die Wasseranalytik von Dentaleinheiten sowie die Fachinformation und Schulung von Praxispersonal.

Hygiene-Untersuchung von Sterilisatoren und Autoklaven

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt in seinen Richtlinien generell eine halbjährliche Überprüfung der Sterilisatoren bzw. alle 400 Chargen (DIN EN 13060/58948). Neben den routinemäßigen Desinfektionsvorgängen erfolgt die Überprüfung von Sterilisatoren bzw. Sterilisationsabläufen mittels Bio-Indikatoren.

Überprüfung von Thermodesinfektoren

Zur Überprüfung der Desinfektionsleistung eines Thermodesinfektors wird eine halbjährliche biologische Kontrolle mittels entsprechender Prüfkörper empfohlen, die den Anforderungen der ISO 15883 und des RKI für thermische Verfahren entsprechen.

Überprüfung wasserführender Systeme

Die Leitlinien besagen, dass das Wasser von Dentaleinheiten jährlich mikrobiologisch zu untersuchen ist, sofern keine Anhaltspunkte für Mängel vorliegen. Die mikrobiologische Überprüfung umfasst die Bestimmung der Koloniezahl bei 36°C sowie das Vorhandensein von Legionellen. Das kann nur durch ein Labor mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden. 

Erfahren Sie mehr über unsere akkreditierte Wasseranalytik für Zahnarztpraxen (https://ladr.de/rki-wassertest-zahnarztpraxis)