Legionellen im Sommer: Wenn Wasser zur Infektionsquelle wird
Dazu gehören auch Legionellen (z.B. Legionella pneumophila), die eine Legionellen-Pneumonie (Legionärskrankheit) oder Pontiac Fieber verursachen können.
Steigende Fallzahlen im Sommer
Wie ausgeprägt die sommerliche Häufung der Legionärskrankheit in Deutschland sein kann, zeigte sich im August 2023. Innerhalb weniger Wochen hatten sich die Meldezahlen mehr als verdoppelt, ohne dass ein klarer geografischer Ausbruchsherd erkennbar war. Als Grund werden meteorologische Bedingungen (relativ hohe Luftfeuchtigkeit bei sommerlichen Temperaturen) vermutet. Bereits damals sprach das RKI eine Empfehlung an die Ärzteschaft aus: In Klinik und Praxis sollte jede Pneumonie differenzialdiagnostisch auf Legionellen überprüft werden.
Die Übertragung erfolgt durch das Einatmen feiner, legionellenhaltiger Wassertröpfchen, beispielsweise beim Duschen oder in Klimaanlagen. Legionellen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Besonders in schlecht gedämmten oder älteren Wohngebäuden mit nicht isolierten Leitungen kann die Dusche zur Ansteckungsquelle werden. Auch nachlässig gewartete Klimaanlagen, Befeuchter, Kühlregister oder Tropfwannen in Bürogebäuden können Infektionsquellen sein.
Sichere Diagnose durch Labordiagnostik
Für den Nachweis der Legionärskrankheit stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, deren Kombination die diagnostische Sicherheit erhöht.
Urin-Antigen-Test (UAT): Der Nachweis des Legionella-Antigens im Urin ist die Nachweismethode der Wahl bei ambulant erworbener oder reiseassoziierter Legionellen-Infektion. Die Antigenausscheidung beginnt etwa 24 Stunden nach Symptombeginn und kann in der Regel 2-6 Wochen, in seltenen Fällen sogar mehrere Monate nach durchgemachter Erkrankung anhalten. Da der UAT jedoch nur Infektionen durch L. pneumophila der Serogruppe 1 erfasst, schließt ein negativer UAT eine Legionellose durch Stämme anderer Serogruppen oder anderer Spezies nicht aus.
PCR: Der molekularbiologische Erregerdirektnachweis aus bronchalveolärer Lavage (BAL) oder Sputum ist hochsensitiv und erfasst im Gegensatz zum UAT alle Spezies und Serogruppen. Respiratorische Screening-PCR, ein modernes Multiplex-PCR-Verfahren, eignet sich besonders, wenn der Urin-Antigen-Test negativ bleibt, der Krankheitsverlauf schwer ist oder keine Besserung unter Betalaktam-Monotherapie eintritt.
Insbesondere bei älteren, immungeschwächten oder rauchenden Patientinnen und Patienten sowie bei extrapulmonalen Begleitsymptomen wie Verwirrtheit oder Durchfall sollten Legionellen als Differenzialdiagnose in Erwägung gezogen werden.
LADR Biofocus untersucht Wasserquellen auf Legionellen
Da ein Großteil der Infektionen aus dem häuslichen oder beruflichen Umfeld stammt, beispielsweise durch die häusliche Wasserinstallation, Reisen, Whirlpools oder Klimaanlagen am Arbeitsplatz, gehört die Untersuchung der verdächtigen Wasserinstallation zur Aufklärung des Einzelfalls dazu. LADR Biofocus untersucht Trink-, Nutz- und Kühlwasser gezielt auf eine mögliche bakteriologische Belastung mit Legionellen.
Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Legionellose. Stand: 20.10.2021.
Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 34/2023. Bei jeglicher Art von Pneumonie differentialdiagnostisch an Legionellen denken.
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