Der Weltkrebstag am 4. Februar erinnert jährlich an die Bedeutung von Prävention und Früherkennung bei Krebserkrankungen. Beim Zervixkarzinom spielt die HPV-basierte Diagnostik eine Schlüsselrolle, denn nahezu alle Fälle werden durch persistierende Infektionen mit Hochrisiko-Typen der humanen Papillomviren (HPV) verursacht.
Ko-Testung zeigt überlegene Schutzwirkung
Eine große europäische Studie mit mehr als 176.000 Frauen konnte belegen, dass das HPV-basierte Screening eine um 60-70 % höhere Schutzwirkung gegenüber invasiven Zervixkarzinomen bietet als alleinige zytologische Untersuchungen (1). In Deutschland wurde das organisierte Früherkennungsprogramm zum 1. Januar 2020 entsprechend neu ausgerichtet: Frauen ab 35 Jahren erhalten alle drei Jahre eine Ko-Testung – eine Kombinationsuntersuchung bestehend aus zytologischer Untersuchung (Pap-Abstrich) und HPV-Test. Für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren wird weiterhin die jährliche zytologische Untersuchung empfohlen.
Die Kombination aus Zytologie und HPV-Test ermöglicht eine deutlich präzisere Risikostratifizierung als die alleinige zytologische Untersuchung und die Früherkennung von Hochrisikoläsionen, die durch Zytologie allein übersehen worden wären. Eine aktuelle retrospektive Studie aus Deutschland unterstreicht den klinischen Nutzen der Ko-Testung: 31 Frauen mit hochgradigen Läsionen, die initial einen unauffälligen zytologischen Befund (Pap I/NILM) aufwiesen, konnten ausschließlich aufgrund des positiven HPV-Tests frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden (2).
Während negative HPV-Folgebefunde regelmäßig eine Remission des ursprünglichen Befundes zeigten, war das Auftreten hochgradiger Dysplasien in der Regel mit einem positiven HPV-Test verbunden. Bei Frauen mit negativem HPV-Test und unauffälliger Zytologie liegt das Risiko für ein invasives Karzinom jedoch sehr niedrig. Daher wurde ein Intervall von drei Jahren für die Ko-Testung festgelegt.
Detaillierte Informationen zum Abklärungsalgorithmus und zur Durchführung der Ko-Testung zur Früherkennung von Zervixkarzinomen finden Sie hier: