Chlamydien-Infektionen: Nur jeder Zehnte kennt die häufigste sexuell übertragbare Infektion
Die LIEBESLEBEN-Studie 2023 offenbart jedoch erhebliche Wissenslücken in Bezug auf STI (1): Zwar ist HIV/AIDS mit einer ungestützten Bekanntheit von 56% der 4.640 Befragten weiterhin im Bewusstsein der Bevölkerung verankert ist, doch lediglich 11% kennen Chlamydien, obwohl diese mit geschätzten 300.000 jährlichen Neuinfektionen zu den häufigsten STI gehören.
Der Welttag der sexuellen Gesundheit am 4. September 2025 unterstreicht erneut die Notwendigkeit umfassender Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Dabei sollte nicht nur HIV/AIDS, sondern das gesamte Spektrum der sexuellen Gesundheit in den Fokus rücken.
Chlamydia trachomatis-Infektionen verlaufen häufig asymptomatisch (bei Männern in ca. 50%, bei Frauen in bis zu 80%). Dennoch sollte jede Infektion möglichst diagnostiziert und behandelt werden, um Spätfolgen und eine weitere Verbreitung zu vermeiden. Unbehandelte Chlamydien-Infektionen können zu Entzündungen der inneren Fortpflanzungsorgane und in der Folge zu Unfruchtbarkeit führen. Sie sind die häufigste Ursache für Sterilität bei Frauen.
Zur Diagnose ist der Erregernachweis mittels PCR die Methode der Wahl. Frauen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr haben Anspruch auf eine jährliche kostenlose Untersuchung auf Chlamydien. Unabhängig vom Alter können sich alle Frauen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge oder vor einem Schwangerschaftsabbruch auf Chlamydien testen lassen. Wurde bei der Partnerin oder dem Partner eine Chlamydien-Infektion diagnostiziert wurde, ist es sinnvoll, dass sie oder er sich ebenfalls auf Chlamydien testen lässt.
Zu den Erregern der STI gehören neben Bakterien wie Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae und Mycoplasma genitalium auch Viren wie Herpes-simplex-Virus Typ 1 und 2 sowie Parasiten wie Trichomonas vaginalis. Das Multiplex-PCR-Panel ermöglicht eine parallele und damit schnelle Diagnostik vieler als Ursache in Betracht kommender Erreger und somit eine verlässliche Diagnostik auch bei asymptomatischen Patienten.
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). (2024, 10. Oktober). LIEBESLEBEN-Studie 2023: Wissen, Einstellungen und Verhalten zu sexueller Gesundheit und sexuell übertragbaren Infektionen (STI).
https://www.bioeg.de/fileadmin/user_upload/Veranstaltungen/LL_Studie_Townhall_2024-10-10_final.pdf
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