Der Knochen unterliegt einem ständigen Umbau. Bei der Osteoporose nimmt durch einen verminderten Aufbau die Stabilität des Knochens im Alter ab.
Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober
Von der Osteoporose sind insbesondere postmenopausale Frauen und Männer in höherem Alter betroffen. Um als Folge Knochenbrüchen bei Bagatellverletzungen und Stürzen vorzubeugen, rückt das Konzept der präventiven Maßnahmen im Sinne einer frühzeitigen Diagnostik und ggf. Therapie in den Fokus.
Dies spiegelt sich auch in der aktuellen Überarbeitung der Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (DVO) „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose“ von 2023.
Die Knochenmatrix besteht zu ca. 45% aus mineralischem Hydroxylapatit, zu ca. 30% aus Kollagen (überwiegend Typ 1) und zu ca. 20% aus Wasser. Die am kontinuierlichen Umbau des Knochens (auch ‚Remodelling‘) beteiligten Osteoblasten und Osteoklasten werden insbesondere durch verschiedene Hormone beeinflusst.
Vereinfachtes Modell zur Regulation des Remodelings OPG: Osteoprotegerin, RANKL: Receptor Activator of NF-κB Ligand, PTH: Parathormon, TRAP5b: Tartrat-resistente Saure Phosphatase Typ 5
Zur Beurteilung des Knochenstoffwechsels eignet sich die Bestimmung der betreffenden Hormone sowie der wichtigsten Bestandteile des Hydroxylapatits (Calcium, Phosphat).
Auch der Kollagenumsatz lohnt einen genaueren Blick: Hier werden während der Synthese der Kollagenmonomere sowie auch beim Abbau der Kollagenfibrillen kleine Peptide und Aminosäure-Derivate freigesetzt, die zur Beurteilung des Knochenstoffwechsels beitragen können. Dabei sollten je ein Abbau- und ein Aufbaumarker untersucht werden. Hier haben die IFCC (International Federation of Clinical Chemistry) und die IOF (International Osteoporosis Foundation) 2011 die Nutzung von CTX und P1NP (N-terminales Propeptid) als zu präferierende Knochenresorptions- und aufbaumarker genannt.
Verschiedene Komponenten des Knochenauf- und -abbaus lassen sich laborchemisch im Blut nachweisen.
In unserem Themenheft ‚Osteoporose‘ finden Sie Informationen zur primären und sekundären Osteoporose.
Die Basisdiagnostik nach aktueller DVO-Leitlinie umfasst:
Natrium, Calcium und Phosphat im Serum, Alkalische Phosphatase, gamma-GT, GFR, CRP, Kleines Blutbild, TSH und eine Serumeiweiselektrophorese.
Direkte Parameter des Knochenstoffwechsels sind:
| Marker der Knochensynthese | Material | |
|---|---|---|
| P1NP (Prokollagen-1-N-terminales Propeptid) | Serum oder EDTA-Plasma | stabil bei Raumtemperatur |
| Ostase (knochenspezifische Alkalische Phosphatase) | Serum | stabil bei Raumtemperatur |
| Osteocalcin (Vitamin K-abhängig carboxyliertes Protein) | EDTA-Plasma | stabil für 2 Tage bei RT (nur 8h in Serum) Blutentnahme nüchtern morgens 7–9 Uhr |
| Marker des Knochenabbaus | Material | |
|---|---|---|
| ß-CTX (Crosslaps | EDTA-Plasma | 24h stabil bei Raumtemperatur (nur 8h im Serum) • Blutentnahme nüchtern morgens 7–9 Uhr |
| Pyridinolin (PYD), Desoxypyridinolin (DYD) (Crosslinks) | Urin | unabhängig von der Ernährung • stabiler als Serumparameter • auch geeignet für Tumor-Patienten mit Knochenmetastasen • Präanalytik: 10ml zweiter Morgenurin, Lagerung und Transport lichtgeschützt |
| TRAP 5b (Tartrat-resistente Saure Phosphatase) | Serum, ggf. gefroren | stabil bei taggleichem Laboreingang • unabhängig von Ernährung • keine tageszeitliche Schwankung |
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