Schilddrüse
Die Schilddrüse besteht aus zwei miteinander verbundenen Lappen und liegt am Kehlkopf. Wie die meisten hormonproduzierenden Drüsen folgt sie den Anweisungen des Zentralen Nervensystems (ZNS). Hier werden Signale aus der Umwelt und aus dem Körper aufgenommen und verarbeitet. Bei Bedarf wird ein Signalstoff (TSH) abgegeben, der in der Schilddrüse dazu führt, dass die Schilddrüsenhormone T3 und T4 ins Blut freigesetzt werden.
T3 und T4 sind Moleküle, die sich nur in der Anzahl der Jodatome unterscheiden. An T3 sind drei Jodatome gebunden, an T4 vier. T3 ist die aktive Form, die direkt im Körper wirken kann. Der Körper kann zusätzliches T3 herstellen, indem die Leber ein Jodatom aus T4 entfernt – so wird aus T4 zusätzliches aktives T3. Besonders wichtig für die Diagnose ist die ‚freie‘ Form, die mit einem kleinen ‚f‘ gekennzeichnet wird (also fT3 und fT4). Diese freien Hormone können bei einer Blutuntersuchung im Labor gemessen werden.
Die Wirkungen der Schilddrüsenhormone sind vielfältig. Sie beeinflussen vor allem den Stoffwechsel und die Wärmebildung.
Arbeitet die Schilddrüse „zu viel“ (Hyperthyreose), kann dies durch Autoantikörper verursacht sein. Diese können im Blut bestimmt werden. Auch bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) können bestimmte Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Weitere Methoden zur Untersuchung der Schilddrüse sind eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder eine Szintigraphie, manchmal ist auch eine Schilddrüsenpunktion notwendig.
Schilddrüse: Organfunktion
Schilddrüse: Der Laborbefund
Sowohl das TSH als auch fT3 und fT4 können im Blut bestimmt werden.
- Bei einer ausgewogenen Funktion der Schilddrüse sind die Werte von TSH und von fT3/fT4 im Normbereich.
- Bei einer Überfunktion („Hyperthyreose“) gibt die Schilddrüse sehr viel fT3/fT4 ans Blut ab, ohne dass das TSH dies „befiehlt“.
- Bei einer Unterfunktion („Hypothyreose“) bildet die Schilddrüse zu wenig fT3/fT4. Weil die Wirkung des TSH ausbleibt, produziert das Gehirn immer mehr davon, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Für einige Fragestellungen wird das rT3 (reverses T3) im Blut bestimmt. Dabei handelt es sich wie beim T3 um ein Molekül, an das dreimal ein Jod gebunden ist, allerdings an anderen Stellen. Dadurch ist das rT3 nicht als Hormon wirksam.