Nahezu alle Organe des Körpers sind direkt oder indirekt an der Entstehung eines Metabolischen Syndroms beteiligt bzw. leiden an den Folgen dieser Erkrankung.
Das Metabolische Syndrom ist definiert als ein kombiniertes Auftreten mehrerer Erkrankungen oder Symptome. Vor allem Übergewicht und Bluthochdruck sowie Störungen im Fett- oder Glucosestoffwechsel gelten als Risikofaktoren. Da sie durch die westliche Lebensweise mit wenig Bewegung und ungesunder Ernährung begünstigt werden, spricht man häufig auch von einem Wohlstandssyndrom. In Deutschland sind etwa 30% der Bevölkerung betroffen, vor allem bei den über 60-Jährigen ist der Anteil hoch.
In der Reihe der krankhaften Veränderungen steht die Insulinresistenz am Anfang und im Zentrum der fortschreitenden Entwicklung des Metabolischen Syndroms. Durch den Wegfall der Insulinwirkung kommt es zu einem Anstieg der Glucose- und Fettsäure-Konzentration im Blut. Komplexe und miteinander vernetzte Folgereaktionen führen u.a. zu einer Fetteinlagerung in Leber und Skelettmuskulatur und zur Steigerung entzündlicher Prozesse. Insgesamt entwickelt sich das sog. „tödliche Quartett“ mit dem gemeinsamen Auftreten von Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 und Störungen des Fettstoffwechsels. Jeder einzelne Aspekt kann die Blutgefäße schädigen.
Zu den Folgeschäden zählen insbesondere KHK (Koronare Herzkrankheit), Nierenfunktionsstörungen (Nephropathie), Veränderungen an der Netzhaut des Auges (Retinopathie) und Sensibilitätsstörungen (Polyneuropathie).
Möglichst vor Auftreten irreversibler Schäden stehen die Anamnese bzgl. der Risikofaktoren und die körperliche Untersuchung (BMI, Taillenumfang, Blutdruck) im Vordergrund der Diagnostik und werden durch Laboruntersuchungen ergänzt.
- Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels lassen sich unter anderem durch die Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckers, des HbA1c und des intakten Proinsulins identifizieren.
- Störungen des Fettstoffwechsels werden durch die Bestimmung des Cholesterins (Gesamt-, HDL- und LDL-Cholesterin) und der Fettsäuren nachgewiesen. Ergänzend können Adiponektin, Lipoprotein(a) und Homocystein bestimmt werden.
Weitere Parameter zur Abschätzung der Risikofaktoren oder früher Stadien der Erkrankungen finden sich hier: