Das Herz pumpt das Blut in Stößen in den Körper. Von der Hauptschlagader (Aorta) zweigen sich immer kleiner werdende Gefäße ab, sodass der gesamte Körper mit Blut und den darin enthaltenen Nährstoffen, Hormonen etc. versorgt wird. Weil die Blutgefäße ein geschlossenes System bilden, wird bei jedem Herzschlag gleichzeitig über zuleitende Gefäße Blut ‚angesaugt‘.
In Ruhe leistet das Herz pro Minute ca. 70 Schläge. Dabei werden ca. 80 ml Blut pro Schlag ausgestoßen. Daraus ergibt sich, dass in einer Minute ca. 5 Liter, also das gesamte Blutvolumen, durch das Herz gepumpt wird. Insgesamt schlägt das Herz (in Ruhe!) ca. 100.000 Mal pro Tag, das sind bereits rd. 37 Millionen Schläge pro Jahr!
Für diese gewaltige Leistung braucht das Herz jede Menge Energie. Zu einer ausreichenden Energieversorgung muss jeder Winkel des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Das geschieht, wie überall im Körper, über Blutgefäße. Im Herzen sind das die Herzkranzgefäße (Koronarien).
Bei einer Verengung der Koronarien (Arteriosklerose, KHK = Koronare Herzkrankheit) werden die von dem betroffenen Gefäß versorgten Gebiete des Herzmuskels nicht ausreichend mit Blut versorgt. Die daraus entstehende Schwäche des Muskels macht sich zunächst dann bemerkbar, wenn das Herz bei Anstrengung stärker schlagen muss. Mit zunehmender Verendung der Gefäße nimmt die Leistungsstärke des Herzens weiter ab, sodass Beschwerden (z.B. Schmerzen in der Brust, Schwindel bei Anstrengung) auch schon in Ruhe auftreten können.
Bei einer KHK ist die Pumpleistung des Herzens eingeschränkt. Deshalb wird der restliche Körper möglicherweise nicht mit ausreichend Blut, also Sauerstoff und Nährstoffen, versorgt. Natürlich beschränkt sich eine Verengung der Gefäße nicht allein auf die Koronarien. Die verminderte Pumpleistung des Herzens plus eine zusätzliche Verengung der Gefäße außerhalb des Herzens verursachen eine Unterversorgung der jeweiligen Organe und Körperregionen.
Bei einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann nicht nur die Versorgung des Körpers mit nährstoff- und sauerstoffreichem Blut, sondern auch der Rückstrom des Blutes zum Herzen (‚Ansaugmechanismus‘) gestört sein. Folge ist eine Ansammlung von Blut und Gewebeflüssigkeit, der Schwerkraft folgend, in den Beinen.
Zu den Risikofaktoren einer KHK zählen Bluthochdruck, Rauchen, erhöhte Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus Typ 2, Übergewicht und Bewegungsmangel.
Zur Überprüfung der Risikofaktoren empfehlen sich die Parameter des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels (siehe „Metabolisches Syndrom“). Weitere Parameter zur Risikoabschätzung sind Lipoprotein(a), Homocystein hochsensitives CRP (hsCRP) und Adiponektin.
Es gibt auch ‚direkte Herzwerte‘. Dazu zählen das Troponin und die Creatinkinase sowie das BNP (Typ-B natriuretisches Peptid). Diese Parameter sollten bei entsprechenden Beschwerden oder Verdachtsdiagnosen vom behandelnden Arzt angefordert und interpretiert werden.