Diabetes mellitus Typ II

Diabetes mellitus Typ II ist eine Stoffwechselerkrankung, die besonders häufig bei Überernährung auftritt.  

Sie entwickelt sich über Jahre durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie erbliche Veranlagung, Bewegungsmangel und eine insgesamt zu kalorienreiche Ernährung. Die Körperzellen reagieren zunehmend unempfindlich auf das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Für die Diagnose dieser Erkrankung wird daher der Blutzucker bestimmt.

Ein erhöhter Blutzucker tut nicht weh und wird daher von den Betroffenen nicht unbedingt als gefährlich empfunden. Allerdings schädigt eine dauerhaft hohe Zuckerkonzentration im Blut die kleinen Gefäße und Nervenendigungen. Dies führt zu gravierenden Gesundheitsschäden. Deshalb ist es wichtig, mit dem behandelnden Arzt einen Plan zur Senkung des Blutzuckers zu entwickeln und an regelmäßigen Kontrolluntersuchungen teilzunehmen.

Übergewicht durch erhöhte Kalorienzufuhr ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ II. Beide Faktoren sind, neben Bluthochdruck und Nierenfunktionsstörungen, Aspekte des Metabolischen Syndroms.

Diabetes mellitus Typ II: Folgeschäden

  • Gefäße: überschüssige Glucose haftet sich an den Wänden kleiner Gefäße und führt so zu Durchblutungsstörungen
  • Niere: Der Körper versucht, die überschüssige Glucose über den Urin loszuwerden. Glucose im Urin erhöht die Gefahr von Harnwegsinfekten. Außerdem schädigen Glucose-Anhaftungen die sehr kleinen Gefäße die Niere. Das beeinträchtigt die ‚Siebfunktion‘.
  • Leber: überschüssige Glucose wird zu Fett umgebaut, es entsteht eine Leberverfettung
  • Auge: die sehr feinen Gefäße im Auge nehmen durch Glucose-Anhaftungen Schaden. Das beeinträchtigt die Sehfunktion.
  • Nervenendigungen: durch Glucose-Anhaftungen ist die Temperatur- und Schmerzwahrnehmung gestört. Die Nervenveränderungen verursachen eine sog. Polyneuropathie. Polyneuropathie und Durchblutungsstörungen führen zur Entwicklung des sog. diabetischen Fußsyndroms.

Diabetes mellitus Typ II: Der Laborbefund

Der wichtigste Laborparameter ist der Blutzuckerspiegel (Glucosekonzentration im Blut). Dieser kann nüchtern oder im Rahmen eines Glucosetoleranztestes bestimmt werden. Der Blutzuckerspiegel zeigt die momentane Menge von Glucose im Blut.

Für die Einschätzung der Glucosespiegel über einen längeren Zeitraum wird der HbA1c-Wert bestimmt.

Wenn ein Diabetes mellitus Typ II vorliegt, ergeben sich daraus regelmäßige Untersuchungen der hauptsächlich betroffenen Organe.

Für die Früherkennung eines sich entwickelnden Diabetes mellitus Typ II kann die Bestimmung von Glucose und Insulin hilfreich sein. Aus den gemessenen Werten lässt sich der sog. HOMA-Index errechnen. Auch die Bestimmung des intakten Proinsulins kann hier sinnvoll sein.

Zur Beurteilung der Nierenfunktion wird Kreatininwert im Blut bestimmt. Der Kreatininwert dient zur Errechnung der sog. GFR (Glomeruläre Filtrationsrate). Mit der GFR kann das Ausmaß der ‚Verstopfung‘ beurteilt werden. Der Kreatininwert hängt allerdings nicht nur von der Siebleistung, sondern auch von der individuellen Muskelmasse der Person ab. Zur Errechnung der GFR kann daher alternativ auch das Cystatin C bestimmt werden.  

Bei Vorliegen eines Diabetes mellitus Typ 2 oder einer Nierenfunktionsstörung kann die Bestimmung der UACR (Urin-Albumin-Creatinin-Ratio) sinnvoll sein.

Zur Beurteilung der Leberfunktion werden als Basisuntersuchung die Enzyme GOT (AST) und GPT (ALT) bestimmt. Als Screening auf eine bereits bestehende Leberfibrose kann der FIB4-Score errechnet werden, In die Berechnung fließen neben GOT und GPT auch die Thrombozytenzahl und das Alter des Patienten ein.

Diabetes mellitus Typ 2: Laboruntersuchungen (im Blut)

Untersuchung
Cystatin C
Früher Marker für Nierenschädigung; empfindlicher als Kreatinin.
FIB-4-Score
Berechneter Wert aus Alter, GOT, GPT und Thrombozyten; Abschätzung von Leberfibrose.
Glucose (Nüchtern)
Basiswert; erhöht bei Prädiabetes und manifestem Diabetes mellitus.
GOT (AST)
Leberenzym; erhöht bei Leberschädigung, oft auch bei Fettleber im Rahmen von Diabetes.
GPT (ALT)
Leberenzym; spezifisch für die Leber, steigt bei Fettleber und Entzündung.
HbA1c
Langzeit-Blutzucker (ca. 3 Monate); wichtigster Verlaufskontrollwert.
Harnstoff
Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels; steigt bei eingeschränkter Nierenfunktion.
HOMA-Index
Berechneter Wert aus Glucose und Insulin; Maß für Insulinresistenz.
Kreatinin
Klassischer Nierenwert; steigt erst spät, daher Ergänzung durch Cystatin C sinnvoll.
Proinsulin (intakt)
Vorstufe von Insulin; erhöht bei gestörter Insulinproduktion und Insulinresistenz.
Achtung

Ein erhöhter oder verminderter Laborwert steht nicht für sich allein. Bedeutung und Relevanz hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie früheren Laborwerten, aktuellen oder chronischen Erkrankungen, körperlichen Beschwerden und der Einnahme von Medikamenten.

Bitte beachten Sie, dass wir als Labor keine individuellen medizinischen Beratungen durchführen. Wenden Sie sich für die Interpretation Ihrer Werte bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Mediziner.