Darmfunktion einfach erklärt
Der Verdauungstrakt besteht aus mehreren Abschnitten:
- Mund,
- Speiseröhre,
- Magen,
- Dünndarm
- und Dickdarm.
Insgesamt hat der Darm eine lebenswichtige Funktion: die Aufnahme von Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Wasser und z.B. auch von Medikamenten. Die Aufnahme dieser Stoffe aus dem Darm ins Blut und damit in den Körper nennt man Resorption.
Vor der Resorption muss die Nahrung zunächst grob zerkleinert und dann mit Hilfe von Enzymen in ihre Einzelbestandteile aufgespalten werden. Dafür übernehmen die verschiedenen Abschnitte des Verdauungstraktes bestimmte Aufgaben.
Darm: Organfunktion
Die Darmschleimhaut bildet eine Barriere, die den Darminhalt vom Blut trennt. Die Darmbarriere ist eine äußerst wichtige und zugleich empfindliche Struktur. Sie soll Nährstoffe resorbieren, also ‚in den Körper reinlassen‘ und gleichzeitig Schadstoffe fernhalten.
Viele Faktoren können zu einer Störung dieser Barriere führen, was zu verschiedenen Beschwerden führen kann, die sich als ‚Darmbeschwerden‘ zusammenfassen lassen.
Als Untersuchungsmaterial wird, im Gegensatz zu den sonstigen Stuhluntersuchungen, ein zu 2/3 gefülltes Stuhlröhrchen benötigt.
Darm: Der Laborbefund
Darmbakterien beeinflussen die Funktion des Darms. Die ‚Guten‘ sind ausdrücklich erwünscht, sie schützen die Darmbarriere und fördern eine regelmäßige Darmtätigkeit. Die ‚Nicht-so-Guten‘, die sich unter anderem aufgrund von bestimmten Ernährungsgewohnheiten ansiedeln, können die Darmfunktion stören. Die Dysbiose untersucht die Zusammensetzung der Darmbakterien.
Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion, die häufig zu langanhaltenden Durchfällen führt, können pathogene Erreger (z.B. Salmonellen) im Stuhl bestimmt werden.
Verschiedene Parameter, die im Stuhl bestimmt werden können, sollen den Zustand der Darmbarriere widerspiegeln. Calprotectin dient als Marker für die Entzündungsaktivität. Die Höhe der Calprotectin-Konzentration steht in Zusammenhang mit dem Ausmaß der entzündlichen Reaktion. Auch eine erhöhte Konzentration der Beta-Defensine im Stuhl deutet auf ein entzündliches Geschehen hin.
Zonulin und I-FABP (intestinal fatty acid binding protein) können aus Serum bestimmt werden und dienen als Marker für eine gestörte Barrierefunktion.
Weitere Informationen zur Störung der Darmbarriere und zu verschiedenen Lebensmittel-Unverträglichkeiten finden Sie hier:
Darm: Laboruntersuchungen (im Stuhl)
| Untersuchung |
| Alpha1-Antitrypsin
Eiweiß; erhöhter Verlust im Stuhl zeigt eine Entzündung oder Eiweißverlust im Darm an. |
| Beta-Defensin 2
Abwehrstoff des Darms; erhöht bei Entzündung, Hinweis auf gestörte Darmbarriere. |
| Calprotectin
Entzündungsmarker im Stuhl; wichtig bei Verdacht auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. |
| Fett im Stuhl
Zeigt, ob die Fettverdauung gestört ist; Hinweis auf Pankreas- oder Darmerkrankungen. |
| Gallensäuren
Erhöht bei Störungen der Fettaufnahme oder Gallensäureverlustsyndrom. |
| iFOBT (immunologischer fäkaler Okkultbluttest)
Nachweis von verborgenem Blut im Stuhl; wichtig für Darmkrebs-Früherkennung. |
| M2-PK
Tumormarker im Stuhl; dient als Hinweis auf Darmkrebs oder Darmpolypen. |
| Zonulin
Marker für die Durchlässigkeit der Darmwand („Leaky-Gut-Syndrom“). |
Darm: Mikrobiologische Laboruntersuchungen
| Untersuchung |
| Dysbiose
Untersuchung der Darmflora; Ungleichgewicht kann Verdauungsprobleme oder Entzündungen begünstigen. |
| Multiplex PCR Gastroenteritis
Nachweis von bakteriellen, viralen oder parasitären Erregern bei akuten Durchfällen. |
Darm: Laboruntersuchungen (im Blut)
| Untersuchung |
| I-FABP (intestinal fatty acid binding protein)
Marker für Schädigung der Dünndarmschleimhaut; erhöht bei akuten Darmentzündungen. |
| Zonulin
Auch im Blut messbar; Marker für eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmbarriere. |
ACHTUNG
Ein erhöhter oder verminderter Laborwert steht nicht für sich allein. Bedeutung und Relevanz hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie früheren Laborwerten, aktuellen oder chronischen Erkrankungen, körperlichen Beschwerden und der Einnahme von Medikamenten.
Bitte beachten Sie, dass wir als Labor keine individuellen medizinischen Beratungen durchführen. Wenden Sie sich für die Interpretation Ihrer Werte bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Mediziner.