Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
Den Namen ‚Bauchspeicheldrüse‘ kann man wörtlich nehmen. Wie die Speicheldrüsen im Mund gibt auch diese Drüse Flüssigkeit und Verdauungsenzyme zum Nahrungsbrei, aber eben erst im Bauchraum. Genauer gesagt, kurz nachdem der Nahrungsbrei den Magen in Richtung Dünndarm verlassen hat.
Im Gegensatz zu den Mund-Speicheldrüsen werden hier allerdings sehr viele verschiedene Verdauungsenzyme produziert und abgegeben. Mithilfe dieser Enzyme können nahezu alle Nahrungsbestandteile (Stärke, Fette, Eiweiße und auch Nukleinsäuren) zerkleinert werden. Eine Ausnahme bilden die Ballaststoffe (Cellulose). Diese gelangen unverändert in den Dickdarm, wo sie von den Darmbakterien verstoffwechselt werden können.
Zusätzlich ist die Bauchspeicheldrüse (oder ‚das Pankreas‘) auch eine Hormondrüse. In ganz bestimmten Zellen des Pankreas werden vor allem die Hormone Insulin und Glucagon hergestellt und ans Blut abgegeben.
Bauchspeicheldrüse: Organfunktion
Pankreas: Der Laborbefund
Bei dem Verdacht auf eine Erkrankung des Pankreas werden einzelne Verdauungsenzyme untersucht.
Bei einer entzündlichen Erkrankung gehen Pankreaszellen zugrunde. Dann gelangen die Enzyme nicht nur, wie geplant, in den Darm, sondern auch ins Blut. Hier wird meist die Lipase im Serum bestimmt. Dieser Wert ist dann erhöht.
Bei einer nachlassenden Leistung des Pankreas wird eines der Verdauungsenzyme, meist die Elastase, im Stuhl untersucht. Dieser Wert ist dann vermindert.
Die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ II beginnt zumeist mit der Entwicklung einer Insulinresistenz. Insulin wird zwar zur Regulierung des Blutzuckerspiegels noch produziert, aber der Organismus (insbes. Muskel, Leber, Fettgewebe) reagiert zunehmend schlechter auf das Insulinsignal. In diesem Stadium der Erkrankung treten noch keine Beschwerden auf, trotzdem schreitet die Erkrankung weiter fort. Daher kann es sinnvoll sein, nach einer beginnenden Insulinresistenz zu fahnden. Hierfür können der Blutzucker, das Insulin (zu Errechnung des HOMA-Index) und das intakte Proinsulin bestimmt werden.
Diabetes mellitus Typ I gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Der Körper bildet (aus nicht genau geklärten Ursachen) Antikörper gegen Strukturen der Insulin-produzierenden Zellen des Pankreas. Für die Diagnostik des Diabetes mellitus Typ I werden diese Antikörper im Blut untersucht.
Bauchspeicheldrüse: Laboruntersuchungen (im Blut)
| Untersuchung |
| Amylase
Enzym der Bauchspeicheldrüse; steigt bei akuter Pankreatitis oder Gallensteinen an.
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| C-Peptid
Spaltprodukt bei Insulinbildung; zeigt, wie viel eigenes Insulin der Körper produziert.
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| Glucagon
Hormon der Bauchspeicheldrüse; steigert den Blutzucker, Gegenspieler von Insulin.
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| Glucose
Blutzucker; wichtigster Basiswert für Stoffwechsel- und Diabetesdiagnostik.
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| HbA1c
Langzeit-Blutzucker (ca. 3 Monate); Basis zur Beurteilung von Diabetes und Verlauf.
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| HOMA-Index (Insulin + Glucose)
Berechneter Wert, zeigt Insulinresistenz und Risiko für Typ-2-Diabetes.
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| Insulin
Hormon zur Blutzuckersenkung; Messung hilft bei Diabetesdiagnostik und Insulinresistenz.
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| Lipase
Wichtigstes Enzym zur Diagnose einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung.
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| Proinsulin (intakt)
Vorstufe von Insulin; erhöht bei Insulinresistenz oder beginnendem Diabetes.
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Achtung
Ein erhöhter oder verminderter Laborwert steht nicht für sich allein. Bedeutung und Relevanz hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie früheren Laborwerten, aktuellen oder chronischen Erkrankungen, körperlichen Beschwerden und der Einnahme von Medikamenten.
Bitte beachten Sie, dass wir als Labor keine individuellen medizinischen Beratungen durchführen. Wenden Sie sich für die Interpretation Ihrer Werte bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Mediziner.