Vielseitig und verantwortungsvoll – die Arbeit im LADR Labor

Proben vorbereiten, analysieren, auswerten – das sind, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, typische Tätigkeiten von MTLAs, MFAs, CTAs oder BTAs in den LADR Laboren. Hala Hashash zum Beispiel arbeitet als Biologisch-Technische-Assistentin (BTA) im LADR Zentrallabor in Geesthacht. Ihr Hauptbetätigungsfeld ist die molekulare Erregerdiagnostik. Hier zeigen wir, stellvertretend für die anderen Berufsgruppen, wie ein Arbeitstag von Hala Hashash aussehen kann.

Was steht an?

Alle Mitarbeiter*innen der Abteilung erhalten am Morgen eine persönliche „Arbeitsliste“ mit den Aufgaben des Tages. So sieht jede(r), wie viele und welche Untersuchungen konkret durchzuführen sind – und kann loslegen.

Die Wahl des Kittels

Rotraum. Blauraum. Grauraum ... Je nachdem, wo Hala Hashash gerade im Einsatz ist, zieht sie den passenden Kittel über – Hygiene ist eben Trumpf im Labor. Rot steht dabei für höchstes „Reinheitsgebot“.

Probenvorbereitung in der Bakteriologie

Stuhl-, Blut-, Urin- oder Gewebeproben werden vorbereitet, bevor an speziellen Analyse-Geräten (siehe nächstes Bild) …

… das Erbgut von Erregern, zum Beispiel von Noroviren aus Stuhlproben, isoliert wird. Zeitauf­wand für Vorbereitung und Extraktion: rund 1,5 Stunden.

Zeit für Spezialfälle

In der Zwischenzeit bereitet Hashash Gewebeproben einer Herzklappe vor. Das kommt nicht oft vor, deshalb gibt es dafür eine genaue Anleitung.

Für die weitere Untersuchung muss die enthaltene menschliche DNA in der Probe zerstört werden, damit die Bakterien-DNA sauber entschlüsselt werden kann. Die Extraktion läuft etwa 1,5 Stunden.

Vorbereitung und Start der PCR-Analyse

Fertig extrahierte DNA- und RNA-Proben werden im „Rotraum“ – hier gelten strengste Hygienevorschriften – mit Reagenzien versetzt und anschließend …

… in ein PCR-Gerät gesetzt, wie es auch in der SARS-CoV-2-Diagnostik zum Einsatz kommt. Die Analyse dauert knapp zwei Stunden.

Auswertung der PCR            

Die Ergebnisse werden fort­laufend kontrolliert, je Probe dauert das etwa 10 Minuten. Neben der Positivkontrolle zeigt die steile Kurve hier: Der Patient ist erkrankt. Aber woran? Oft liegt der Befund auf der Hand – aber wenn nicht?
Dann folgt die Sequenzierung des Erreger-Erbguts. Das dauert, und deshalb laufen die Analysen – dringende Fälle ausgenommen – in der Regel über Nacht.
Ergebnis der Sequenzierung

Gibt es jetzt Klarheit? Welchem Erreger gleicht das Ergebnis? Wenn Hala Hashash sich nicht sicher ist, fragt sie einen ihrer  ärztlichen Leiter. Ist das Ergebnis nicht eindeutig, hilft nur eins: alles nochmal von vorn – extrahieren, isolieren, analysieren.

Das Finale: Daten erfassen

Alle Daten/Ergebnisse des Tages werden in einer Laborinformationssoftware erfasst. Bei ansteckenden Keimen werden die Einsender von den LADR Ärzten umgehend informiert.

Feierabend

Etwa von 7 Uhr bis etwa 22 Uhr laufen die Maschinen in der molekularen Erregerdiagnostik. So lange muss Hala natürlich nicht bleiben, gearbeitet wird im Schichtdienst.

„Ich habe sehr viel Spaß an meiner Arbeit. Ich schätze die Abwechslung, den Austausch mit den Kolleg*nnen und auch den Ärzt*innen. So lerne ich fast jeden Tag etwas Neues dazu.“