Diagnostik der erektilen Dysfunktion

Tab. 1 New York Heart Assoziation (NYHA) Schema zur Einteilung der Herzkrankheiten

Die minimale Diagnostik bei Patienten mit einer erektilen Dysfunktion (Abb. 1) sollte bei jeden Patienten mit einer Erektilen Dysfunktion durchgeführt werden. Aufgrund der hohen Inzidenz der gemeinsamen Risikofaktoren für eine erektile Dysfunktion und für kardiovaskuläre Ereignisse sollte desweiteren analog der zweiten Princeton Konsensus Konferenz (Kostis et al. 2005) auch immer eine Stratifizierung der Patienten in eine kardiologische Risikogruppe erfolgen. Die niedrige Risikogruppe beinhaltet Patienten mit weniger als drei kardiovaskulären Risiko-faktoren entsprechend der NYHA Klassifikation Gruppe I. Patienten mit einer höhergradigen NYHA Klassifikation sollten vor einer mgl. Therapie einem Kardiologen vorgestellt werden, wobei Patienten ab einer NYHA Klassifikation Gruppe III (Hohes Risiko) keine sexuellen Aktivitäten ausüben sollten.

Die basale, minimale Diagnostik der erektilen Dysfunktion umfasst die Anamnese mit speziellen Focus auf die Sexual-Anamnese. Zusätzlich sollten spezifische, standardisierte und validierte Fragebögen zur Erfassung erektilen Dysfunktion zum Einsatz kommen. National als auch international hat sich hier der International index of Erectile Function (IIEF) durchgesetzt, welcher in nahezu alle Sprachen inzwischen übersetzt worden ist und in einer kurzen Version (6 Fragen) und langen Version (15 Fragen) existiert.

Abb. 1 Basale minimale Diagnostik in Patienten mit Erektiler Dysfunktion (Wespes et al. 2009)

Die Durchführung der o.g. (Abb. 1) basalen minimalen Diagnostik reicht für die meisten Patienten mit einer erektilen Dysfunktion aus. Eine weitere diagnostische Abklärung mittels zusätzlicher Untersuchungen (s. Tab. 2) sollte jedoch erfolgen bei:

  • Patienten mit primärer Erektiler Dysfunktion (ohne organische  oder psychische Ursachen)
  • Junge Patienten mit anamnestischem Trauma im kleinen Becken,
    welcher von einer Gefäß-OP profitieren könnten
  • Patienten mit Penisdeformitäten
  • Patienten mit komplexen psychischen oder psychosexuellen Erkrankungen
  • Patienten mit komplexen Endokrinopathien
  • Auf ausdrücklichen Wunsch der Patienten
  • Aus medizinischen Gründen (z.B. vor geplanter Penisprothesenimplantation)

Tab. 2 Spezifische Untersuchungen zur Diagnostik der Erektilen Dysfunktion (Wespes et al. 2009)